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Kapitel 0: Was macht ein Abenteuer zum Abenteuer?

Deutschland, München zum Tannheimer Tal, 14.05 bis 19.05.2013

Was macht ein Abenteuer zum Abenteuer? Bestimmt nicht die Vorbereitung, die ist alles andere als ein Abenteuer.

Nun sind es nur noch 2 Wochen bis uns China Air in die Mongolei bringt und unsere Asien Durchquerung starten kann.
Die Vorbereitungen sind zu 90% abgeschlossen, aber noch immer kommt keine Entspannung auf und auch zur Vorfreude haben wir leider keine Zeit. Jeden Tag seit den letzten 6 Monaten beschäftigen wir uns mit dem Abenteuer unseres Lebens.
In den bisherigen Backpacker-Reisen reichten wenige Tage Vorbereitung, manchmal schlugen wir sogar erstmals im Flugzeug den Lonely Planet auf. Diese Reise ist anders, gefährlicher, aufregender, unabhängiger, ferner als jeder Backpacker Urlaub. Die Ausrüstung nimmt entsprechend zu. Bei einer Rucksackreise schleppten wir sonst nur 15 kg mit auf die Reise und gaben uns mit dem Wesentlichen zufrieden. Bei dieser Reise werden wir uns jeder mit kostspieligen und schweren 60 kg belasten. Das ist der Preis um unabhängig und möglichst flexibel zu sein. Wir freuen uns sehr auf dieses Gefühl der Freiheit. In so einer Vorbereitung wird jedes Ausrüstungsteil hitzig diskutiert, dessen Gewicht begutachtet und dessen Sinn immer wieder kritisch hinterfragt. Anstatt sich mit den Ländern zu beschäftigen, nahm leider die Ausrüstung, die Sponsorensuche und Bürokratisches sehr viel Gedanken und Zeit in Anspruch.

Und dann ist es wie Weihnachten, wenn die Pakete kommen mit all unserer Ausrüstung oder die neuen Fahrräder bereit stehen. Wenn die Projekte beim Arbeiten dem Abschluss nahe sind, wenn der Nachmieter gefunden wurde, die Wohnung leerer wird, die Todo- und Packlisten bis auf wenige Kleinigkeiten vollendet sind, dann steigt die Freude und Aufregung in schlaflosen und schwindelerregende Höhen.

Wer mit dem Rad fährt braucht zwei Hände und muss anderes loslassen können.

Alles bekannte, vertraute, bereits aufgebaute, muss in Kartons verpackt, verschenkt, stillgelegt, abgemeldet und untervermietet werden. Das Loslassen ist gar nicht so einfach und den Genuss, “Nichts” mehr halten zu müssen, werden wir erst spüren, wenn der asiatische Fahrtwind endlich in unserem Haar weht.

Probetour

Unsere Probetour führte uns mit fast vollständiger Ausrüstung von München ins Tannheimertal und zurück. Dort in einer Hütte feierten wir Abschied mit der Familie. Die Ausrüstung bewies sich als hervorragend. Nur ist das Gepäck so verflucht schwer. Hier müssen wir wohl noch weiter Gewicht reduzieren. Die Räder sind sehr stabil und lassen sich mit dem Gepäck nicht aus dem ruhigen Rollen bringen. Die Rohloff schaltet traumhaft und mit 15km/h durchschnittlich fahren wir durchs wunderschöne Deutschland. Deutschland, wir werden dich vermissen, leere Straßen, Sonne, kühler Wind, saubere Luft, Asphalt, Supermärkte, Cafes und wir finden überall einen angstfreien Platz zum Zelten. Auf dieser Tour kommen wir mitten im Vorbereitungsstress doch zu Ruhe. Und nach den ersten Tagen könnten wir uns auch an das schwere Gepäck gewöhnen.

Das Radfahren, das Schlafen und Leben in der Natur befriedigt uns zu tiefst und wir haben keinen Zweifel das unsere Reisepläne eine gute Entscheidung war. Selbst in unserer Heimat entdeckten wir fern der Autobahn so viele neue, unberührte und verzaubernde neue Gegenden. Wir freuen wir uns sehr auf Asien und können es kaum erwarten.

Es folgen ein paar Impressionen unserer Heimat und der Probetour.

Den nächsten Bericht gibt es dann von der Mongolei.

Wie in einem Heimatfilm! So fühlen wir uns auch in den Alpen, zu hause.

Unser schönstes Lager am Forggensee bei Füssen

Waschen, Turbo & Goldmund entladen, Zelt aufbauen, Kochen,.. Alltag wie wir ihn wollen

Perfekte Radwege (und weniger perfektes Wetter) in Deutschland

Nur 500km auf dem Buckel und schon ins Herz geschlossen, Turbo & Goldmund

Glühende Zugspitze als Kulisse purer Romantik