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Kapitel 7: Blinder Passagier

Blinder Passagier, 06.07.2013 bis xxx

Es gibt unzählige tolle Berichte über die verrücktesten Weltreisen im Netz. Von Abbrüchen und nicht erfolgreichen Reisen liest man nur sehr selten. Warum? Gibt es keine Reiseabbrüche oder werden die Blogs einfach vernachlässigt und dann für immer aus dem Netz gelöscht? Nun denn, wir machen es anders, wir müssen leider von einem unerwarteten Reiseende schreiben. Etwas hat für immer unser beider Leben verändert.

Viele Monate bereiteten wir uns auf die Reise vor und kalkulierten (fast) jedes Risiko. Viele Euros sind in die Ausrüstung geflossen für unsere bisher längste Reise. Normalerweise leben wir im Augenblick, durch die Reise waren wir gezwungen viel zu investieren und wissen nun was es heißt Pläne zu ändern oder gar zu streichen. Ein Funke kann alles verändern. Unsere Arbeitsverträge ruhen, unsere Wohnungen sind vermietet, die Ausrüstung ist langfristig angelegt und unsere Ziele sind klar vor Augen. Wie kann man das rückgängig machen?

Was ist passiert? Seit nun mehreren Monaten verfolgt uns heimlich und still das “Glück”. Ein blinder Passagier wollte mit auf unsere Reise und soviel können wir nicht weitertragen durch China, Laos u.a.. Nach der Mongolei muss Schluss sein. Wir entdeckten den Blinden Passagier erst jetzt und haben ihm schon sehr viel zugemutet. Er hat eine Pause verdient. Moo Ni ist schwanger, für uns bricht eine Welt zusammen und es tut sich eine neue auf, zu einem ungüstigen Zeitpunkt. Der Schock hat uns sehr getroffen, konnte nun aber der Freude Platz machen.

Liebe Freunde, liebe Leser unseres Blogs, liebe Fotofreunde, liebes Wildnissport-Team, liebes Velotraum-Team, leider müssen wir die geplante Asiendurchquerung abbrechen. Wir fliegen direkt nach Berlin und untersuchen Dschingiskhan (wie wir ihn nennen). Anschließend fahren wir mit dem Rad durch das berechenbarere Europa.

Danke an unsere Arbeitgeber (Capgemini/ TUM), welche unsere stillgelegten Verträge wiederbelebt haben ab Oktober. Danke an meine Zwischenmieter, für das Verständnis der kurzfristigen Vertragsänderungen. Danke an die Frauenärztin in Berlin, welche uns einen kurzfristigen Sondertermin gegeben hat.
Danke auch an unsere Sponsoren für das Verständnis, dass wir unser Vorhaben nicht wie geplant durchziehen können.

Nun entweicht uns die Reise wie die Luft aus einem durchlöcherten Schlauch. Um der Nachwelt zu zeigen, dass aus einem guten und aufregendem Plan auch einfach nur ein sauteurer Urlaub werden kann, verbleiben wir mit dem vermutlich letzten Bericht.