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Fazit zur Ausrüstung

Unsere Asien Rad-Reise ist weitaus kürzer geworden als geplant, dennoch möchte ich auf unserer Ausrüstung eingehen. Die Sicht auf manche Dinge ändert sich während einer Reise.

die Gesundheit

ist das wichtigste, hier ist kein Sparen angesagt. Wenn man sich schwach fühlt, wird alles zur Last und in den einsamen, zum Teil menschenfeindlichen Gebieten (Sonne, Wind, ungewohntes Essen) kann man nur langsame Gesund werden. Wir hatten den Fehler gemacht uns zu sehr auf unseren Wasserfilter (Vario) zu verlassen und uns an einem Fluss in der Wildnis zu vergiften. Wir hätten vielleicht einen besseren Expeditions-Filter kaufen, mit den Einheimischen über Brunnen reden oder das Wasser zusätzlich abkochen sollen. Man kann natürlich immer Pech haben, dennoch der Körper ist das absolut wichtigste für die Reise, ihn gilt es mit allem zu beschützen.

die Fahrräder

haben durchgehalten. Es ist schön eine Sorge weniger zu haben und uns ganz auf das Rad verlassen zu können. Das heißt, das Rad ohne zu zögern schwer zu beladen, es auf Pickup-Ladeflächen zu schmeißen, keinen Scherben ausweichen zu müssen und trotzdem keine Luft zu verlieren, kein Ärger mit der Schaltung oder den Speichen zu haben. Im Nachhinein würde ich ein tolles Reiserad immer noch empfehlen, es wäre ärgerlich nicht weiterfahren zu können wegen einer Panne. Trotzdem, die meisten Sachen kann man schon irgendwie reparieren und man kommt schon irgendwie durch, kann per Anhalter fahren und improvisieren. Eine Panne sehe ich also nicht mehr ganz so kritisch wie vor der Reise.

Reisen mit Rad

Mit dem Rad kommt man an abgelegene Orte, die man als Rucksackreisender nie erreichen würde.
Aber jede Strecke, die nicht mit dem Rad zurückgelegt wird, schränkt die Freiheit sehr deutlich ein. 12 Taschen und 2 schwere Fahrräder können nicht per Kleinwagen transportieret werden, Fliegen ist umständlich, Busfahren ist schwierig und selbst ein Hostel finden, wo es Platz für die Räder gibt, ist nicht so einfach wie gedacht. Es gab Momente da wäre ich froh gewesen, einfach nur einen Rucksack zu tragen.

Strom

Vor der Reise, dachte ich das Strom allzeit wichtig ist. Dies ist nicht ganz so tragisch. Auf einer Energiequelle (Forumlader) für unterwegs, könnte ich heute verzichten und würde lieber mehr Akkus mitnehmen. Grund: Meine Kamera hat zwei Akkus und hält mindestens eine Woche, das Netbook hält 10 Stunden, das Navi (als wichtigster Stromnutzer) hält ca. 3 Tage. Bei Bedarf stehen aber noch 2×2 Akkus von den Rücklichtern zur Verfügung, sprich 9 Tage Navistrom. Das Iphone als Stromfresser ist für die Zeiten auf dem Rad fast überflüssig und nur in Ulan Batur in den Internet-Cafes zu gebrauchen. Zum Musik hören bin ich nicht gekommen oder wollte Strom sparen. Sehr nützlich war das Iphone jedoch unterwegs um den Einheimischen Heimatfotos zu zeigen oder auch die Zeigebücher-Apps als Kommunikationshilfe zu nutzen. Nach der Benutzung wurde das Iphone gleich wieder ausgeschaltet und somit hielt der Strom relativ lange vor.
Durch die Akkus können wir fast 10 Tag autark unterwegs sein ohne Strom, das ist eine Menge. Alle paar Tage sucht man sich, wenn möglich eine Unterkunft, ein Restaurant oder bleibt bei einer Familie und kann alles wieder aufladen. In der Mongolei gab es überall Strom, sogar in den Gers. Wir hatten nie ein Stromproblem. Durch die langsame Geschwindigkeit, die kurzen Strecken und später noch durch einen Kabelbruch fuhr der Forumlader bei uns leider umsonst und ungenutzt mit.

Partner-Schlafsäcke

Die Mammut AJUNGILAK Lahar Schlafsäcke waren super und haben uns immer warm gehalten, auch schon bei geschätzten -10 Grad. Durch das Koppeln hatten wir einen enormen Wärmeboost und meistens war es zu heiß dafür. Die Schlafsäcke sind zudem noch leicht und klein.

Isomatte

Die Isomatten waren auch zu empfehlen, leicht, klein und dicht (Therm-A-Rest ProLite Plus Regular, Therm-A-Rest ProLite Small)

MSR Dragonfly Combo

Der Benzinkocher hat uns nicht enttäuscht. Die Leitungen waren nie verstopft. Die kleine Benzinflasche hat sehr lange gehalten. Wir hatten extra Handschuhe zum Benzinkocher zusammenbauen, was wegen dem Gestank sehr zu empfehlen ist. Der Kocher ist aber relativ laut und kocht langsam im Vergleich zu einem Gaskocher, aber überall für wenig Geld nachfüllbar.

Ortlieb Faltschüssel

Unverzichtbar, Super, für Körperpflege und zum Abwaschen.

Ortlieb Wasserbeutel

Gut und leicht, als zusätzlicher Wasserspeicher. Zum Waschen und Duschen hat man die Hände frei und warmes Wasser, es heizt sich durch die Sonne auf.

Internet

Ein UMTS Stick als mobiles Internet war für unterwegs gedacht. Leider kam es nie zum Einsatz. Viele Tage vergingen bis ich eine SIM-Karte kaufen konnte, nur gab es kein Empfang oder sie funktionierte nicht. Und es war einfach nichts zu machen sie zum Laufen zu bringen. Das Internet ist schon zu einem Grundversorgungsmittel herangewachsen. Für die Streckenplanung und Wettervoraussagen auch wichtig. Es war eine große Freude sobald wir Internet hatten und uns um Emails und den Blog kümmern konnten. In den etwas größeren Städten und vor allem in Ulan Batar fand man dazu eine Möglichkeit. Ein UMTS-Stick für unterwegs ist m.E. nicht nötig.

Netbook

War wichtig für uns. Ein Netbook diente zum Foto bearbeiten, sortieren, sichern, Blog schreiben, Streckenplanung und vieles mehr. Und hin und wieder, wenn wir im Regen in einem Hotel festsaßen, haben wir uns auch ein Film angeschaut und waren für einen Moment weit weg.

Was fehlte?

Wir hatten kaum überflüssiges Gepäck dabei (ca.35 kg zusammen ohne Verpflegung) , aber ein paar wenige haben gefehlt:

Eine kleine leichte Matte zum Rumlungern vor dem Zelt. Wenn das Zelt nicht aufgebaut war, haben wir die Zeltunterlage genommen z.B. in der Mittagspause. Aber wenn das Zelt aufgebaut war, dann saßen wir relativ unbequem auf unseren Packtaschen. Später haben wir uns eine leichte große Matte dazugekauft.
Ein kleiner, leichter Rucksack hätten wir brauchen können. Wenn wir in einem Hotel blieben und etwas die Gegend erkunden wollten, mussten wir immer eine schlecht zu tragende Packtasche mitnehmen.
Ich hatte nur eine lange Hose dabei, wenn man die mal waschen will, muss man in dümmlichen Radlerhosen durch die Straßen laufen.:-)